Hilfsmittel für Senioren ­– den Alltag wieder bewältigen

Für manche ist die Bewältigung von bestimmten Aufgaben im Alltag keine Selbstverständlichkeit. Ob aufgrund von Mobilitätseinschränkungen, die mit dem steigenden Alter einhergehen, Kräfteverlust, schwindende Denkleistung oder Beschwerden nach einer Operation – es gibt Situationen, da ist man froh auf zuverlässige Unterstützung zurückgreifen zu können. Genau hierfür gibt es Hilfsmittel für Senioren. Sie sorgen dafür, dass sich trotz alters- oder krankheitsbedingter Einschränkungen, der Alltag wieder bewältigen lässt.

Was genau aber sind Hilfsmittel für Senioren, was zählt dazu und wer trägt die Kosten? Das erfahren Sie im nachfolgenden Beitrag.

Was sind Hilfsmittel für Senioren?

In erster Linie sind Hilfsmittel für Senioren bestimmte Gegenstände, die für Entlastung im Alltag sorgen sollen. Ziel der Helfer ist es, die Selbstständigkeit trotz Einschränkung zu ermöglichen und älteren Menschen bestimmte Aufgaben wie die Körperpflege oder die Mobilität zu erleichtern. Sie sollen altersbedingte Beeinträchtigungen und Defizite ausgleichen, sodass sich bestimmte Situationen (wieder) allein bewältigen lassen.

Die genaue Definition lautet:

„Bei Hilfsmitteln handelt es sich um Produkte, die dazu dienen sollen, bei einer betroffenen Person den Erfolg einer Krankenbehandlung zu sichern, einer drohenden Behinderung vorzubeugen oder eine Behinderung auszugleichen.“

Die Versorgung mit Hilfsmitteln für Senioren wird im fünften Sozialgesetzbuch (SGB V) § 33 konkretisiert. Neben der Unterstützung für ältere Menschen dienen sie der Genesung bei Erkrankungen oder richten sich an Menschen mit Behinderung. Im Gegensatz zu Medizinprodukten, die in Krankenhäusern oder Arztpraxen zum Einsatz kommen, sind Hilfsmittel für Senioren nur für den privaten Gebrauch gedacht. Für Hilfsmittel sind die Krankenkassen zuständig, während die Pflegehilfsmittel von der Pflegekasse getragen werden.

Was zählt zu den Hilfsmitteln für Senioren?

Zur besseren Übersicht und Abgrenzung hat man die Hilfsmittel für Senioren in unterschiedliche Gruppen eingeteilt, die wir Ihnen nachfolgend vorstellen.

Hilfsmittel für die Pflege

Um Hilfsmittel für die Pflege beziehen zu können, müssen Betroffene in einen Pflegegrad eingestuft sein. Eine ärztliche Verordnung ist daher nicht notwendig. Hilfsmittel für Senioren als Pflegemittel umfassen alles, was die Pflege einer Person erleichtert. Man unterscheidet bei den Pflegemitteln die technischen Pflegehilfsmittel und die Pflegehilfsmittel zum Verbrauch:

Technische Pflegemittel sind unter anderem:

  • Pflegebetten
  • Hebegeräte
  • Lagerungshilfen

Pflegemittel zum Verbrauch sind unter anderem:

  • Einmalhandschuhe
  • Desinfektionsmittel
  • Bettschutzeinlagen
  • Mundschutz
  • Schutzschürzen

Hilfsmittel für Sicherheit

Sicherheit im Alter spielt eine große Rolle. Mitunter können bestimmte Situationen bei Beeinträchtigungen schnell zur Gefahr werden. Insbesondere bei älteren oder eingeschränkten Menschen, die allein leben, sind Hilfsmittel für Senioren, die das Rufen von Hilfe sicherstellen, unverzichtbar. Kommt es beispielsweise zu einem Unfall, kann der Betroffene selbst einen Notruf absetzen, auch wenn er es nicht mehr zum Telefon schafft. Auch Angehörige schlafen ruhiger, wenn sie wissen, dass die Hilfsmittel für Senioren zur Verbesserung der Sicherheit beitragen.

Zu den Hilfsmitteln für die Sicherheit gehören:

  • Notrufsysteme
  • Hausnotruf
  • Seniorenhandy
  • Mobiler Notruf

Sensorische Hilfsmittel

Bei den sensorischen Hilfsmitteln für Senioren handelt es sich um all jene, die Beeinträchtigungen der Sinne ausgleichen. Dazu zählen unter anderem:

  • Brillen
  • Hörgeräte
  • Sprachverstärker
  • Stimmersatzhilfen
  • Stimmprothesen
  • Leselupe

 

Medizinische Hilfsmittel

Die Überwachung von Vitalwerten kann in vielen Momenten entscheidend sein. Zur Nachbehandlung, nach Eingriffen und zur Prävention sind medizinische Hilfsmittel unverzichtbar. Blutzuckerpatienten sollten täglich ihren Blutzuckerspiegel messen. Ferner kann es wichtig sein, den Blutdruck im Auge zu behalten, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und dementsprechend zu behandeln sowie bestehende Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu überwachen. Dies gelingt vornehmlich mit medizinischen Hilfsmitteln für Senioren. Auch Hilfsmittel, die den Körper bei Bewegung unterstützen, zählen hier hinzu:

  • Blutdruckmessgerät
  • Pulsmesser
  • Fieberthermometer
  • Blutzuckermessgerät
  • Bandagen
  • Einlagen
  • Kompressionsstrümpfe
  • Prothesen oder Orthesen

Hilfsmittel für die Mobilität

Bewegungseinschränkungen und der teilweise Verlust der Mobilität, ob im Innen- oder Außenbereich, kommen im Alter recht häufig vor. Daher ist das Spektrum an Hilfsmitteln für Senioren, die einen aktiven Alltag unterstützen, breitgefächert. So lässt sich für jeden Bedarf etwas Passendes finden, um die Selbstständigkeit wiederherzustellen:


Hilfsmittel zur Körperpflege

Ein besonders sensibler Bereich im Alter oder nach Erkrankungen stellt die Körperpflege dar. Privatsphäre bei der täglichen Hygiene ist den meisten Menschen sehr wichtig. Dennoch lauern bei bestehenden Beeinträchtigungen vor allem im Badezimmer eine Menge Gefahrenpotenziale und Aufgaben, die sich mitunter allein nicht mehr bewältigen lassen. In dem Fall unterstützen Hilfsmittel die Betroffenen bei der selbstständigen Körperpflege. Dazu zählen unter anderem:

  • Duschstuhl
  • Duschhocker
  • Badewannensitz
  • Sicherheitsgriffe

Wie bekommt man als Senior Hilfsmittel?

Hilfsmittel für Senioren werden in der Regel medizinisch von einem Arzt verordnet, sofern dieser die Notwendigkeit sieht, um die Selbstständigkeit des Patienten längerfristig zu erhalten und für eine Entlastung im Alltag zu sorgen. Pflegehilfsmittel bedürfen hingegen keiner ärztlichen Verordnung. Die Hilfsmittel für Senioren selbst erhalten Sie in Apotheken, Vertrags-Sanitätshäusern oder professionelle Online-Shops für Senioren-Hilfsmittel.

Wer kommt für die Kosten der Hilfsmittel für Senioren auf?

Die Kosten für Hilfsmittel für Senioren übernimmt die Krankenkasse. Welche Hilfsmittel genau erstattungsfähig sind, wird bei den gesetzlichen Krankenkassen im Hilfsmittelverzeichnis aufgeführt. Bei den privaten Krankenkassen wird dafür ein Hilfsmittelkatalog herangezogen. Grundvoraussetzung für den Antrag auf Hilfsmittel für Senioren ist bereits erwähntes Rezept bzw. Verordnung vom Arzt. Dies wird bei der eigenen Krankenkasse eingereicht. Privatversicherte tragen zunächst die Rechnung eigenständig und können eine Rückerstattung anfordern. Nach der Bewilligung können Betroffene ihre Hilfsmittel beziehen. 10 % – mindestens 5 € und höchstens 10 € – sind bei der gesetzlichen Krankenkasse dabei selbst zu tragen. Alles, was über den festgesetzten Kostensatz je Hilfsmittel geht, muss oft, aber nicht immer, aus eigener Tasche finanziert werden. Vor allem, wenn ein Hilfsmittel für Senioren medizinisch notwendig ist, muss die Kasse die Kosten dafür komplett tragen – feste Kostensätze gelten in dem Fall nicht.

Wer pflegebedürftig und in einem der Pflegegrade eingeteilt ist, hat ferner die Möglichkeit, die finanzielle Übernahme der Hilfsmittel bei den Pflegekassen zu beantragen. Dafür ist statt einer ärztlichen Bescheinigung ein Antrag nötig. Bei Hilfsmitteln für Senioren, die dem Verbrauch unterliegen, trägt die Pflegekasse maximal 40 € im Monat. Bei allen anderen Lösungen zahlen Erwachsene 10 %, höchstens aber 25 € dazu.

Gut zu wissen: Der Kauf und Einbau des Treppenlifts als Hilfsmittel für Senioren im Rahmen von altersgerechtem und barrierefreiem Umbau wird, bei bestehendem Pflegegrad, mit bis zu 4.000 € von der Krankenkasse oder der Pflegeversicherung unterstützt. Leben mehrere Personen in einem Haushalt, die pflegebedürftig sind, ist ein Zuschuss von bis zu 16.000 € möglich. Aber auch die KfW bietet hier verschiedene Finanzierungsoptionen. Gerne beraten wir von HIRO Sie persönlich über Ihre Möglichkeiten. Nehmen Sie dazu unverbindlich Kontakt zu einem unserer Experten auf.

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